Dienstag, 11. September 2012

... die Amish.


Rebellisch?

Wenn ich an rebellisch muss ich an Woodstock, die wilden 68er des letzten Jahrhunderts denken und natürlich an freie Liebe, so wie man das eben kennt (vom hören sagen).

Doch in Amerika gibt es eine Glaubensgemeinschaft - die Amish die auch eine Form der Rebellion entwickelt haben. Wie bitte? Rebellion der Amish? Wie passt das denn zusammen?

Die Amish leben in Siedlungen nachdem sie im 18. Jahrhundert überwiegend nach Pennsylvania ausgewandert sind. Heute finden sich die Amish in mehr als der Hälfte der Staaten der USA wieder. Eine Glaubensgemeinschaft die noch sehr traditionell lebt... mit Pferdekutsche und ohne all das was man böse als "neumodisch" bezeichnen könnte. 

Zurückgezogen. Traditionelle Rollenverteilung zwischen Mann und Frau... So kennt man das von den Amish.
Und dann gibt es aber auch "Rumspringa". Das ist Pennylvaniadeutsch... die Sprache der Amish.

"Rumspringa"


Die Rebellion der Jugend die mit 16 Jahren ausbrechen dürfen (so ähnlich wie Sex, Drugs & Rock ´n´ Roll) ... solange sie wollen... bis die meisten von ihnen es dann wieder "freiwillig" in ihre Gemeinde zieht. Freiwillig? Weil der Kulturschock dann vielleicht doch zu groß war? Oder weil sie ihre Familien vermissen und vielleicht auch weil das Leben "da draußen" ihnen doch sehr fremd vorkommen muss. 

Wenn Extreme aufeinander treffen... wenn man die Reise von oder in die Vergangenheit antritt.

Dienstag, 4. September 2012

… Japanerinnen.

Bitte was? Eine Geräuschprinzessin?

Dass Japaner wohl etwas eigen sind, wenn es um ihre „Sitzungen“ geht ist ja hinlänglich bekannt.
Was es für uns Europäer auf dem zum stillen Örtchen alles zu entdecken gibt ist der Wahnsinn. Von Duschfunktion und beheizbaren Sitz ist alles dabei. Ja sogar die Möglichkeit von Urinprobe mit entsprechender Weiterleitung an den Hausarzt soll es geben.

Doch was ist bitte eine Geräuschprinzessin

Ein Gerät welches die Wasserspülung auf japanischen Damentoiletten nachahmt weil denen ihr menschliches Bedürfnis unangenehm zu sein scheint. Das ist ja mal unglaublich.
Da möchte ich nicht wissen, wie es Japanerinnen außerhalb ihres Landes ergehen mag, so ohne die bekannten „örtlichen“ Annehmlichkeiten.

Montag, 7. Mai 2012

...verliebten Kölner!

Tausende von Vorhängeschlössern zieren seit Mitte 2008 die Kölner Hohenzollernbrücke. Man darf sich wundern warum! Doch die Erklärung ist romantisch, aber auch irgendwie kitschig. Denn die Schlösser werden von verliebten Pärchen angebracht, die damit ihre „Ewige Liebe“ symbolisieren wollen. Herzchen mit Namen in Baumrinde oder eine Parkbank ritzen ist nicht mehr, heutzutage bevorzugen Paare die für die Finger unblutigere Variante der Stahlliebesschlösser. „Tini und Sören“, „Bernd und Thomas“ und „Alex und Jana“ waren schon da. Woher dieser neumodische Brauch nun stammt ist bisher leider noch unklar. Die Vermutungen gehen allerdings in Richtung Italien. In Rom ist es nämlich üblich, dass Absolventen der Sanitätsakademie ihre Spind-Schlösser an den Brückenlaternen der Milvischen Brücke anbringen und den Schlüssel dann in den Tiber werfen.
Klar ist jedenfalls, dass sich diese Art des Liebesbeweises rasend schnell in Europa ausbreitet. In Paris, Pecs (Ungarn), Salzburg, Frankfurt und München behängen Liebespaare mittlerweile auch Brücken mit den „Schlössern der Liebe“. Der „Wallfahrtsort für Verliebte“ in Deutschland ist und bleibt allerdings Köln. Selbst auf Facebook gibt es schon einige Liebeschlösser-Köln-Gruppen und auch die Band „Die Höhner“ hat diesem Brauch bereits ein Lied gewidmet. So heißt es darin u.a.:
Komm sei die Königin in meinem Königreich
ich schenke dir heut' ein Schloss am Rhein
Es ist ein neuer Brauch
er bringt uns beiden Glück
so ein Schloss kann jeder seh'n
und der Dom gibt Acht darauf
Züge kommen und geh'n
Ich schliesse unser Schloss
am Brückengitter an
und es ist doch nicht allein
Gemeinsam werfen wir den Schlüssel
in den Rhein hinein

("Schenk mir dein Herz" Die Höhner)
Schlossverkäufer, Gravurfirmen und sogar Online-Shops freuen sich natürlich über dieses neue Ritual. Schlösser gibt es in allen Preisklassen. Die kleinste und günstigste Variante mit Gravur ist online schon für 9,90 € zu haben. Aber nicht nur Paare bringen Schlösser an, um sich der ewigen Liebe und Glücks sicher zu sein. Es gibt sogar sogenannte Familiensets: ein großes Schloss für Mama und Papa und bis zu 3 Mini-Schlösser für die lieben Kleinen. Mit Hochzeits- sowie Geburtsdatum der Kinder versehen verewigen sich so ganze Familien an den Brückengittern Europas.

flickr.com by mattschmi

Aber nicht alle sind von dem Brauch überzeugt. So wollte die Deutsche Bahn (Eigentümerin der Hohenzollernbrücke) die Schlösser entfernen lassen. Heftige Proteste bewegten die Verantwortlichen bei der Bahn allerdings zum umdenken. So lange keine Gefahr für Passanten und die vorbeirasenden Züge bestünde, würden die Schlösser auch nicht entfernt werden. In anderen Städten Deutschlands oder Europas ist man nicht so nachsichtig wie in Köln. So wurden beispielsweise in Salzburg alle Schlösser vom Zaun des Markartstegs entfernt und in Berlin sowie Venedig ist es strengstens verboten Schlösser an Brücken anzubringen – dies wir im Zweifelsfall mit Strafen bis zu 3.000€ geahndet. Die Argumente gegen die Schlösser sind: Rostschäden und sogar Einsturzgefahr von Brückenlaternen – wie es bereits in Rom geschah. Rechtfertigungen dafür sind sicherlich der Tourismus, denn manche Paare kommen gar ein zweites oder auch drittes Mal in die Stadt, um zu sehen ob ihr Liebesbeweis noch hängt. Ob ein Stahlschloss an einem Brückengitter der Garant für die ewige Liebe ist, sei einmal dahingestellt, aber dennoch ist die Vorstellung, dass ein kleines Schloss Glück und Liebe für die Ewigkeit bringen soll romantisch und schön. Hier spinnen wohl nicht nur die Kölner, sondern alle verliebten Paare weltweit!

Montag, 19. Dezember 2011

...Briten!

Über die Briten und ihre merkwürdigen Bräuche wurde hier ja bereits berichtet. Doch aus aktuellen Anlass muss ein weiterer Artikel folgen: Am 26. Dezember ist wieder Boxing Day im Vereinigten Königreich. Und auch wenn niemand mehr so genau weiß, wieso dieser Tag eigentlich so heißt, wird der freie Tag für allerhand Unsinn genutzt:
Der Lions Club of Sunderland veranstaltet seit 1974 eine Charity-Veranstaltung der ganz anderen Art. Die eiskalte Nordsee dient dabei als Schauplatz dieses Ereignisses, wenn sich rund tausend Menschen in den tollsten Kostümen (meistens aber das traditionelle Weihnachtsmann-Kostüm) in die Fluten stürzen. 

(http://www.gazettelive.co.uk/gazette-communities/ts10-redcar/ts10-videos-and-pictures/2009/12/28/boxing-day-dip-at-redcar-84229-25482035/)


Durch Sponsoringpartner und Zuschauer fließt so Geld in zahlreiche gemeinnützige Vereine in der Region. Eigentlich eine gute Idee, doch so ganz ohne ist das Baden in diesem eisigen Wasser auch nicht, führt dies doch schnell zu Unterkühlung.
Also, wer kann, der sollte am 26. Dezember unbedingt mal nach England und dieses Spektakel bestaunen!

Freitag, 16. Dezember 2011

... Inder!

Die Inder sind schon ein ganz besonderes Völkchen: Sie verehren Kühe, verrückte Filme und nun ist auch die kleinste Frau der Welt Teil ihrer Kultur: Die 18-jährige Jyoti Amge ist nun offiziell die kleinste Frau der Welt. Das bestätigt ein nun folgender Eintrag ins Guiness-Buch der Rekorde, den Jyoti unter Freudentränen entgegen nahm. Die Inderin ist mit nur 62,8 Zentimetern die kleinste weibliche Person auf der Erde, die bisherige Rekordhalterin aus den USA hielt den Rekord mit 69,49 Zentimetern. 



Und sie liebt Bollywood-Filme, möchte gerne auch bald in einem solchen mitspielen. Und so kunterbunt und farbenfroh, wie sich die indische Kultur hier präsentiert, so bunt und fröhlich ist auch Jyoti Amge.
Dass die Inder gerne mit Farben, Musik und Tanz feiern, sieht man allerdings auch an solchen Festen wie dem Holi-Fest. 

Alljährlich zelebrieren aber auch die anderen Inder ganz gleich welcher Kaste oder Herkunft das farbenprächtige Fest im Monat Phalguna. In unserer Zeitrechnung entspricht das dem Ende des Monats Februar oder Anfang März.  Dabei treffen sich die Menschen in Tempeln oder anderen Orten und färben die Gesichter der umstehenden Personen in grellen Farben. Das dabei verwendete Pulver wird Gulal genannt, wird traditionell aus pflanzlichen Stoffen gewonnen und wird oft vor der Verwendung gesegnet. 

(Wikimedia Commons, Urheber: Nikolas Becker)


Der Ursprung dieses eigentlich sehr religiösen, wenn auch vergnüglich bunten Brauches, wird in verschiedenen Legenden erklärt. Eine der Geschichten handelt zum Beispiel von der jungen  Hindu-Gottheit Krishna, der einst neidvoll die reine Hautfarbe seiner Geliebten Radha betrachtete. Seine Mutter Yashoda gab ihm darauf den Rat, das Gesicht seiner Freundin einfach bunt zu färben.
Gesagt, getan! Das
r
ituelle Farbenspiel kann dezent mit wenig Pulverfarbe begangen werden oder in einen regelrechten Farbrausch ausarten, bei dem neben den Gesichtern jedoch auch Tempelwände, Böden und Klamotten einen neuen „Anstrich“ erhalten. Und Vorsicht: Auch Touristen werden nicht verschont…

Dienstag, 13. Dezember 2011

... Schotten!


David Cameron legt ein Veto gegen die Vertragsänderungen zur Eurostabilisierung ein. Und sagt damit Europa ab. Gefragt hatte er allerdings niemanden. Der „Erste Minister“ von Schottland, Alex Salmond, fordert dazu eine Erklärung von seinem Kollegen und schreibt Cameron einen offenen Brief, in dem er ihn unter anderem fragt, weshalb Cameron ihn vor dieser Entscheidung in der Öffentlichkeit nicht ein einziges Mal konsultiert hat. Er will Fragen beantwortet sehen, die vor allem die Auswirkungen auf Schottland betreffen. Und das hat auch einen Grund: Edinburgh ist mittlerweile ein wichtiges Finanzzentrum geworden – nicht nur Arbeitsplätze stehen hier auf dem Spiel. Außerdem überlegt Salmonds EU-freundliche Partei SNP schon seit geraumer Zeit, wie es sich vom Vereinigten Königsreich lösen kann und vielleicht auch den Euro einführen kann. Die schottische Unabhängigkeit soll der nächste große Schritt werden – und Camerons Veto spielt Salmond dabei in die Taschen, der die Schotten per Referendum zur Unabhängigkeit bringen will und bereits mit mehreren skandinavischen Ländern über mögliche spätere Kooperationen gesprochen hat.

(WikimediaCommons, Urheber: Barryob)


Die Schotten als eigenes Land – Diese Ideen tauchen immer mal wieder auf und beschäftigen Politik und Wirtschaft gleichermaßen.
Männer in Röcken, ein Monster im See und der Klang von Bagpipes am Morgen: Die Schotten sind doch eigentlich sowieso schon ein besonderes Völkchen. Wen wundert es da eigentlich noch, dass auch die sportlichen Aktivitäten der Highlandbewohner etwas ausgefallener sind? Die „Highlandgames“ mit so ungewöhnlichen Disziplinen wie „Baumstammweitwurf oder der „Highland Dance“ sind auch auf dem „Kontinent“ bekannt und erfreuen sich einer stetig wachsenden internationalen Beliebtheit.

(WikimediaCommons, Urheber: Chlempi)


Weniger bekannt hingegen ist das Munro Bagging. Munros nennt man die schottischen Berge, die mehr als 3000 Fuß hoch sind. Davon gibt es in Schottland rund 284 und Sir Hugh Munro, der Namensvater, begann 1891 sie zu "sammeln". Leider schaffte er es bis zu seinem Tod nicht, alle Munros zu erklimmen. Seinem Vorbild folgten viele begeisterte Nachahmer, sodass schon 1901 der erste „Munroist“ als Rekordhalter geehrt wurde. Heute ist es zu einem schottischen Volkssport avanciert und viele, teilweise sehr junge Menschen rennen oder wandern, mit oder ohne Gepäck -  dafür immer mit viel Begeisterung - die Berge hoch.
Wenn man Lust hat, kann sich im Scottish Mountaineering Club anmelden und mitmachen...

Donnerstag, 8. Dezember 2011

Christen: Weihnachtsdekoration!


Alle Jahre Wieder kommt das Christuskind. Und eigentlich könnte man meinen, es käme mit dem Flugzeug, weshalb die Menschen auch anfangen ihre Häuser, Straßen und Vorgärten wie eine riesige Landebahn auszuleuchten, damit die weihnachtlich Chartermaschine auch wohlbehalten vor ihrer Haustür landen kann. Oder sind die abertausenden von Lichtpunkten als Signal für den Weihnachtsmann gedacht? 



Na, schöne Bescherung, dann müssen er und seine Rentiere dank des hellen Lichtermeers bestimmt auch am Heiligen Abend Sonnenbrillen tragen und man muss den ein oder anderen epileptischen Schock befürchten, so sehr blinkt und glitzert die weihnachtlich Welt. Dann ist Schluss mit dem nächtlichen Geschenkeservice von Christkind und Weihnachtsmann und Amazon, Zalando und Co müssen deren Arbeit nun endgültig übernehmen.
Wer jetzt anklagend die Hand hebt und auf die konsumfreudigen Amerikaner zeigen will, der sei hier belehrt: Bei uns ist es auch nicht besser. Der Weihnachtsbeleuchtungswahn hat in der Bundesrepublik längst schillernde Blüten getrieben und die Kölner Weihnachtsstraße zum Beispiel steht dem, was den „erhellenden“ Grad ihrer Wirkung betrifft, der populärem Weihnachtsstraße von Santa Clarita in den USA in nichts nach. Seit 1984 schon schmücken die Anwohner der Kölner Hummelsbergstraße zur Adventszeit die Tannenbäume am Straßenrand mit Lichterketten. So schlicht, so schön. Doch sind die Weihnachtsbäumchen mittlerweile zu wahren Riesen herangewachsen und verlangen nun nach einem Weihnachtskleid im XXL- Format. Zusammen mit den Lichterketten am Boden brennen über 14.000 Lichter.



Handelt es sich hier noch um ein nachbarschaftliches Gemeinschaftswerk im schlichten Weiß, setzt das in Privatarbeit hergerichtete Weihnachtshaus in Calle, einer Stadt in Niedersachsen, ganz andere Maßstäbe. 2010 glühte das Haus durch die unglaubliche Menge von 420.000 Lichtern.
Wenn der Trend so weitergeht, wird das das schönste Geschenk… für die Stromkonzerne!